Zuhören
Den tatsächlichen Ablauf verstehen, nicht den, der im Handbuch steht.
Digitale Werkzeuge für Film- und Fernsehproduktionen
Zeiten auf Zetteln, Nachweise per Messenger, dieselbe Angabe fünfmal abgetippt. vigetas baut die Werkzeuge, die das ablösen – eines nach dem anderen, jedes aus einem echten Problem der Produktionspraxis heraus. Das erste dokumentiert Straßensperrungen.
Wofür vigetas steht
Filmproduktionen brauchen selten noch eine Software, die alles kann. Sie brauchen Werkzeuge, die ein einzelnes Problem des Drehtags wirklich lösen – und die jemand bedienen kann, der im Regen an einer Straßenkreuzung steht.
vigetas beginnt deshalb nicht mit einem Leistungskatalog, sondern mit einer Frage: Was hält die Produktion gerade auf? Daraus entsteht ein Modul. Ist es fertig, kommt das nächste – auf derselben Grundlage, mit denselben Zugängen.
So entsteht ein Modul
Den tatsächlichen Ablauf verstehen, nicht den, der im Handbuch steht.
Auf das reduzieren, was im Arbeitsalltag wirklich gebraucht wird.
Robust bauen, für Handschuhe, Nässe und schlechtes Netz.
An echten Einsätzen prüfen und mit der Praxis nachschärfen.
Andere Softwareunternehmen kennen Software. Wir kennen den Arbeitsalltag.
Modul 01 · in Entwicklung
Wann eine Straße für einen Dreh gesperrt wurde und wann sie wieder frei war, entscheidet über Nachweise, Rechnungen und Rückfragen. Es ist das erste Modul, weil hier ein klar umrissenes Problem auf eine wachsende behördliche Anforderung trifft – und weil es der Teil des Sets ist, den wir aus drei Jahrzehnten eigener Arbeit am genauesten kennen.
Der Alltag am Set
Der Blocker notiert die Sperrzeit handschriftlich oder schickt sie per Messenger. Danach wandert dieselbe Angabe durch die Disposition, in den Nachweis, auf die Rechnung und in die Buchhaltung – jedes Mal von Hand abgetippt.
Notiert wird im Stehen, bei Wind und Regen, oft ohne Netz. Was dabei entsteht, ist schwer lesbar und schnell verloren.
Jede Übertragung kostet Zeit und bringt neue Fehler. Am Ende weiß niemand mehr sicher, welcher Stand der richtige ist.
Fragt jemand Wochen später nach, muss die Sperrzeit rekonstruiert werden. Genau dann wird sie gebraucht.
Der Ablauf
Bevor am Set jemand auf „gesperrt“ tippt, ist einiges passiert: Die behördliche Anordnung muss ausgewertet, Personal und Material eingeteilt und der Drehtag vorbereitet sein. vigetas begleitet diese Kette – und sorgt dafür, dass jede Angabe nur an einer Stelle eingetragen wird und danach überall dort steht, wo sie gebraucht wird.
Der Ablauf ist als Ganzes entworfen und im Datenmodell festgelegt. Gebaut wird er Schritt für Schritt; wo das Projekt heute steht, steht weiter unten.
Produktionsfirma und Blockerfirma kommen für einen konkreten Einsatz zusammen. Beide sind eigenständig geführt, keine hängt an der anderen – eine Produktion kann mit mehreren Blockerfirmen arbeiten, eine Blockerfirma für mehrere Produktionen.
Die verkehrsrechtliche Anordnung legt fest, welche Straße wann gesperrt werden darf und welches Material dafür vorgesehen ist – Halteverbotszonen, Sperrschranken, Beschilderung. Beides wird übernommen: der genehmigte Zeitrahmen je Straße und die Materialliste für den Einsatz.
Künftig soll die Anordnung dafür nicht mehr abgetippt werden: Eine lokal laufende Auswertung liest das Dokument aus und legt ein vorausgefülltes Formular vor, samt der daraus folgenden Vorlauffristen – etwa für das Aufstellen der Halteverbotszeichen. Lokal deshalb, weil in den Anordnungen personenbezogene Daten stehen.
Geplant, spätere AusbaustufeDie Disposition teilt die Sperrpunkte ein und weist Mitarbeiter zu – mit Blick auf Qualifikation und Verfügbarkeit. Aus dieser Einteilung entstehen die Dispositionsmail und die Erinnerungen, ohne dass jemand sie schreibt.
Die Materialliste aus der Anordnung lässt sich hier anpassen, und zwar von beiden Seiten – Blockerfirma wie Produktion. Das ist kein Randfall, sondern die Regel: Vor Ort stehen oft mehr Sperrschranken als in der Skizze eingezeichnet, und Halteverbotszonen werden anders gestellt als vorgegeben.
Jeder Drehtag bekommt seinen eigenen Zugang. Wer vor Ort erfasst, braucht kein Konto und kein Passwort: Der Zugang hängt am Drehtag, nicht an einer Person – denn wer meldet, wechselt im Lauf des Tages.
Dazu entstehen aus denselben Daten der Navigationslink zum Sperrpunkt und der Kalendereintrag, den das Team abonnieren kann.
Erst hier kommen die beiden Schaltflächen ins Spiel: Straße gesperrt und Straße frei. Mit einem Daumen bedienbar, ohne den Blick lange vom Verkehr zu nehmen. Der Zeitstempel entsteht im Moment des Tippens auf dem Gerät, nicht erst beim Hochladen.
Läuft der Einsatz auf das genehmigte Ende zu, weist die Anzeige darauf hin und die Sperrung lässt sich in kleinen Schritten verlängern – dokumentiert als eigener Vorgang, nicht als stille Korrektur.
Die Materialliste liegt daneben und dient dem Aufbau als Orientierung: was wo steht, was noch fehlt. Sie ist bewusst kein Nachweis, sondern ein Arbeitsmittel – und darf deshalb geändert werden, ohne dass daraus ein Vorgang wird. Was die Behörde angeordnet hat, bleibt davon unberührt erhalten.
Aus den erfassten Zeiten entsteht der Nachweis als PDF – mit dem genehmigten Rahmen, den einzelnen Sperrungen, den Verlängerungen und der Gesamtdauer. Dieselben Daten tragen die Rechnungsgrundlage.
Das Prinzip dahinter
Keine Angabe wird zweimal eingetragen, und keine wird doppelt gespeichert. Die Sperrdauer etwa steht nirgends in der Datenbank – sie wird immer aus Anfang und Ende berechnet. So kann kein Widerspruch zwischen zwei Ständen entstehen.
Ebenso wird nichts überschrieben: Eine Korrektur legt eine neue Fassung an, mit Zeitpunkt und Urheber. Der Nachweis bleibt damit lückenlos nachvollziehbar – und genau das ist im Zweifel sein Wert.
Was daraus entsteht
Die Sperrung ist das Mittel. Das Produkt ist, dass störungsfrei gedreht werden kann.
Die Grundlage
Drehorte liegen in Funklöchern, Tunneln und Kellern. Das Gerät ist ein Handy im Freien, oft bei Nässe und Gegenlicht. Diese Bedingungen bestimmen die Technik, nicht umgekehrt – und sie ändern sich beim nächsten Modul nicht.
Eingaben landen zuerst im Gerät und gleichen sich ab, sobald wieder Netz da ist. Ohne Empfang geht nichts verloren.
Mehrere Blockerfirmen arbeiten nebeneinander, jede mit eigenem Erscheinungsbild. Keine bekommt Einblick in die Produktionen, Kunden oder Einsätze einer anderen.
Selbst gehostet auf eigener Hardware, nicht in einer fremden Cloud. Wer Bewegungs- und Einsatzdaten von Mitarbeitern verarbeitet, sollte wissen, wo sie liegen.
Änderungen überschreiben nichts, sondern legen eine neue Fassung an. Wer wann was erfasst hat, bleibt nachvollziehbar. Das gilt für den Nachweis – Arbeitsmittel wie die Materialliste bleiben bewusst frei änderbar.
Vor Ort erfassen, im Büro disponieren, in der Buchhaltung abrechnen – dieselbe Grundlage, verschiedene Zugänge.
Eine Übersicht, welche Sperrpunkte stehen. Sie gibt die Funkmeldungen wieder und ersetzt sie nicht: Der Funk bleibt die maßgebliche Ebene.
Warum jetzt
In verkehrsrechtlichen Anordnungen für Dreharbeiten taucht zunehmend die Auflage auf, Sperrzeiten zu dokumentieren. Noch ist das nicht überall so – die Entscheidung liegt bei den einzelnen Behörden.
Ein Vorbild dafür gibt es bereits: Die roten Signallampen auf Sperrschranken waren anfangs nur vereinzelt vorgeschrieben. Heute stehen sie in nahezu jeder Anordnung mit Intervallsperrung. Wer die Dokumentation dann noch von Hand führt, führt sie zu spät.
Wer dahinter steht
vigetas entsteht aus über drei Jahrzehnten Arbeit als Blocker – das erste Projekt war 1993 „In weiter Ferne, so nah!“ von Wim Wenders – kombiniert mit langjähriger Arbeit als IT-Berater.
Diese Kombination ist der eigentliche Grund, warum es vigetas gibt: Die meisten Entwickler kennen das Set nicht, und die meisten Blocker programmieren nicht.
Ausblick
Die Sperrzeit ist ein Beispiel für ein Muster, das sich am Set immer wieder zeigt: Ein Zeitraum oder ein Zustand muss belegt werden, jemand notiert ihn von Hand, und dieselbe Angabe wird danach mehrfach weitergereicht. Mal geht es um Genehmigungen, mal um Arbeitszeiten, mal um Auflagen aus einer Anordnung.
Überall dort kann vigetas dasselbe tun wie bei den Sperrzeiten – einmal erfassen, belegbar machen, weiterverwenden. Welches Modul als Nächstes gebaut wird, entscheidet sich mit den Partnerfirmen und an echten Drehtagen, nicht am Schreibtisch.
Warum das keine Fernsicht ist
Ehrlicher Stand
vigetas ist in Entwicklung. Es gibt Code, entschiedene Architektur und geprüfte Konzepte, aber noch kein Produkt, das man heute kaufen kann. Wer sich beteiligt, beteiligt sich an einem laufenden Aufbau.
Die Bezeichnung vigetas wird geführt, die Domain durchgehend gehalten.
Projektstart. Geschäftskonzept und technisches Konzept liegen vor, die Architektur ist entschieden.
Aktive Entwicklung: Progressive Web App, eigenes Backend, eigene Datenbank.
Erste Bildschirmentwürfe von Praktikerinnen und Praktikern aus laufenden Produktionen gegengeprüft und überarbeitet.
Zugänge und Rollen – die Grundlage, auf der die übrigen Schritte der Kette aufsetzen. Danach folgt die Erfassung am Set.
Erprobung an echten Einsätzen, gemeinsam mit den ersten Partnerfirmen.
Gespräch
Dann interessiert uns Ihre Sicht – ob als Blockerfirma, aus der Produktion oder als jemand, der den Aufbau mittragen möchte. Am Anfang steht ein Gespräch, kein Formular.
Diese Seite stellt das Projekt vor. Sie ist kein Angebot einer Kapitalanlage und keine Aufforderung zur Zeichnung einer solchen.